Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen

Das Mittelsächsische Theater entstand 1993 bereits als Vorgriff auf das Sächsische Kulturraumgesetz, das 1994 in Kraft trat und seitdem bundesweit als vorbildlich gilt: Zur Finanzierung kultureller Einrichtungen von regionaler Bedeutung – u.a. Bibliotheken und Soziokultur, Museen und Theater – trägt auch die ganze Region bei und wird dabei vom Freistaat unterstützt.

Mehrere Landkreise bilden einen „Kulturraum“, der dann selbständig über die Vergabe der Mittel entscheidet. Das Mittelsächsische Theater entwickelte sich im „Kulturraum Mittelsachsen“, zu dem 1994 bis 2008 die Landkreise Döbeln, Freiberg und Mittweida gehörten: Neben den Aufführungen in den traditionsreichen Stadttheatern in Döbeln und Freiberg arbeitete das Theater etwa in Mittweida und Rochlitz mit dem Mittelsächsischen Kultursommer zusammen; Schauspieler, Sänger und die Mittelsächsische Philharmonie luden zu Aufführungen in Buchhandlungen und Schulen, in Kirchen und Rathaussälen von Penig bis Frauenstein, von Leisnig bis Rechenberg-Bienenmühle. So entwickelten sich vielfältige Beziehungen zwischen den Gemeinden und dem Theater, das zu einem erfolgreichen Regionaltheater wurde. Vorläufiger Höhepunkt dieser Entwicklung war 2007 die Eröffnung der Seebühne Kriebstein: das Theater verfügte nun über repräsentative Spielstätten in allen drei Landkreisen des Kulturraums.

Mit der Kreisneugliederung 2008 ging auch eine Neugliederung der Kulturräume einher: aus dem Kulturraum Mittelsachsen wurde der Landkreis Mittelsachen, der aus den Altkreisen Döbeln, Freiberg und Mittweida entstand; und weil zu einem Kulturraum mehrere Landkreise gehören müssen, bildeten die neu geschaffenen Landkreise Erzgebirge und Mittelsachsen nunmehr den Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen.

Da der neue Kulturraum die mit Abstand höchste Einwohnerzahl aller Kulturräume hat und vom Erzgebirgskamm an der tschechischen Grenze bis kurz vor Leipzig reicht, sind zur kulturellen Versorgung der Bevölkerung weiterhin zwei Theater nötig: das Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg und das Mittelsächsische Theater. Insofern konzentriert sich auch im neuen Kulturraum der Wirkungskreis des Mittelsächsischen Theaters auf die „Altkreise“ Döbeln, Freiberg und Mittweida. Der Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen sichert die Finanzierung beider Theater und garantiert auch auf dem „flachen Land“ ein eigenständiges, gewachsenes und wachsendes Kulturleben, wie es mit Gastspielen und Importen aus den Großstädten nie möglich wäre.