Die junge Autorin Juli Zeh gehört zu den meistgelesenen Autoren der vergangenen Jahre: Nach Romanen wie „Adler und Engel“ oder „Spieltrieb“ wagte sich die Leipzigerin 2009 auf das Feld der gesellschaftskritischen Dramatik. In „Der Kaktus“ setzt sie sich satirisch mit den drängenden Fragen unserer Zeit auseinander: Wie viel Sicherheit verträgt die Freiheit? Warum sind wir angesichts einer objektiv kaum spürbaren Bedrohung durch Terrorismus so schnell bereit, Grundrechte aufzugeben? Ein „Gefährder“ wird festgesetzt und eine verschlafene Polizeistation ist plötzlich das Sicherheitszentrum der westlichen Welt. Die Lage ist ernst, denn der Schläfer schweigt und bockt: Mit erhobenen Armen steht er vor den Beamten und verweigert jede Aussage zu möglichen Bombenverstecken. Ein übereifriger GSG 9-Mann im Machtrausch scheint nicht zu bemerken, wen er da verhört: einen Kaktus. Am Schweigen des Verdächtigen arbeiten sich die Beamten ab und offenbaren dabei unversehens ihre eigenen An- und Absichten. Eine Welt der Angst und Psychose wird sichtbar, angefüllt mit den Klischees der Bedrohung ebenso wie mit Ressentiments und Chauvinismen gegenüber Fremdem und Unbekanntem.
| Premieren: | 04.02.2011 20.00 Uhr Freiberg BiB |
| 05.03.2011 19.30 Uhr Döbeln TiB |
| Regie/ Ausstattung | Andreas Pannach |
| Dramaturgie | Klaus-Peter Fischer |
| Regieassistenz/ Inspizienz | Radoslav Tcherniradev |
| Soufflage | Dorothee Kretzschmar |
| Susi | Norma Anthes |
| Dr. Schmidt | Urs-Alexander Schleiff |
| Jochen Dürrmann | Christian Weber |
| Cem | David Zimmering |
(Norma Anthes, David Zimmering, Urs-Alexander Schleiff, Christian Weber)